Laden mit Schweißtrafo

Der Schweißtrafo liefert im unbelasteten Zustand folgende Spannungen:
 
Schalterstellung
Schweißstrom
(A)
U~ Leerlauf,
gemessen
U= Leerlauf,
am Gleichrichter
Uss,
errechnet
40 44,5V 58,0V 62,9V
55 45,7V 59,7V 64,6V
70 47,1V 61,4V 66,6V
85 48,6V 63,3V 68,7V
100 50,2V 65,3V 71,0V
110 51,8V 67,5V 73,3V
125 53,6V 69,7V 75,8V
135 54,6V 71,0V 77,2V

Alle Spannungen über 60V sind schädlich, weil im El mehrere Überspannungs-Schutzdioden eingebaut sind die bei >60V auslösen und, wenn die Spannung nicht sofort (Millisekunden) wieder abfällt, schließlich "durchbrennen". Solange die Batterie angeklemmt ist, kann das kaum passieren: Die NC-Zellen sind sehr niederohmig und die Spannung des Schweißtrafos sinkt (wie beim Schweißen) unter Last stark ab.
Also: Niemals einen Schweißtrafo mit Gleichrichter oder ähnliches an ein El ohne Batterie anschließen!!!

Zunächst habe ich sicherheitshalber nur die beiden ersten Stufen (40 b.z.w. 55A) benutzt weil da nichts schiefgehen kann.
Bei den ersten Versuchen hatte ich den Gleichrichter mit dicken Drähten an den Klemmen des Schweißgerätes befestigt und beim Laden zwei Kabel von der El-Batterie da draufgesteckt. Man soll aber doch nicht murksen! Das ging nur gut bis ich eine Erkältung bekam und mit dem fiebrigen Kopf die Kabel nach der Methode "rot = schwarz und + = -" anschloß. Es tat einen gewaltigen Knall und der Gleichrichter und die Ladesicherung des El waren verdampft!

Nachdem meine selbstgebastelte "Abschaltbox" vorgeschaltete war, konnte der Schweißtrafo weiter "aufgedreht" werden: Auf der "110A" Stufe ergibt sich ein Ladestrom von zunächst 25A. Damit ist die Doppel-Batterie in ca. einer Stunde wieder voll.

Mehr Strom habe ich bis jetzt nicht draufgegeben. Die NC-Zellen vertragen das zwar problemlos, aber die Kühlung des Gleichrichters und des Trafos sind ungeklärt.
Als Nachteil bei der Ladung mit hohen Strömen habe ich festgestellt, daß die Reichweite geringer wurde. Ich vermute folgenden Effekt: Durch den höheren Strom steigt der Spannungsabfall am Innenwiderstand der Batterie. Auch vorhandene Übergangswiderstände an den Zellenverbindern tragen einige Volt bei, so daß die Abschaltung der Ladung bei gleichbleibender Einstellung meiner "Schaltbox" nun zu früh erfolgt, nämlich bevor die einzelnen Zellen ihre volle Spannung (und damit volle Ladung) erreicht haben. Das war besonders ausgeprägt weil ich (wieder mal aus Faulheit) beim letzten Service im Juni 2003 die Polverbinder nicht abgeschraubt und gereinigt hatte. Leider ist Kalilauge ein übles Zeugs: Sie "kriecht senkrecht die Wand hoch" und sämtliche Kupferteile die nicht vernickelt sind kriegen blaugrüne Salzkrusten.